| Schluss
mit Schnarchen! Aber wie?
Die häufigste
nächtliche Ruhestörung ist nicht etwa die laute Popmusik aus
der Nachbarwohnung und auch nicht das mehrstimmige Gelächter vom
Balkon gegenüber, sondern das Geschnarche des Partners.
Die Bandbreite der störenden Atemgeräusche reicht vom eher
dezenten Rasseln bis zum 90 Dezibel starken akustischen Angriff- das
entspricht der Lautstärke eines vorbeifahrenden Zuges. In den meisten
Fällen ist Schnarchen harmlos und gefährdet nicht die Gesundheit-
zumindest nicht die des Störenfrieds selbst. Denn meistens leidet
der Bettgenosse, der sich Nacht für Nacht ruhelos in den Federn
wälzt.
Die unterbrochene Nachtruhe lässt viele Paare unausgeschlafen und
mies gelaunt in den Tag starten. Sie wirkt sich negativ auf die körperliche
Leistungsfähigkeit und die psychische Belastbarkeit aus. Oft zerstört
das Gesäge auch die Beziehungsharmonie - wenn etwa die Frau den
Schnarcher zu einem Arztbesuch drängt, ihr Partner das Problem
aber hartnäckig verharmlost.
Bei etwa zwei bis vier Millionen Deutschen ist Schnarchen jedoch ein
Warnsignal für die so genannte obstruktive Schlafapnoe.
Charakteristisch für die Erkrankung sind lebensbedrohliche Atemaussetzer,
die die Sauerstoffzufuhr im Gehirn mindestens zehnmal pro Stunde für
Sekunden unterbrechen.
Um die akute Sauerstoffunterversorgung zu überwinden, reißt
das Gehirn den Schnarcher aus dem Tiefschlaf. Laut und unregelmäßig
ringt der Schnarcher nach Luft, ohne dass ihm die Weckreaktion bewusst
wird. Die Folgen des nächtlichen Kampfes sind am nächsten
Tag deutlich spürbar. Ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Sekundenschlaf,
Gedächtnisschwierigkeiten und Bewusstseinsstörungen kennzeichnen
eine Schlafapnoe.
Was
macht einen zum Schnarcher?
Der typische
Schnarcher ist männlich. Frauen schlafen bis zu den Wechseljahren
meist leise. Denn das Geschlechtshormon Östrogen hält nicht
nur die äußerlich sichtbare, sondern auch die Muskulatur
im Rachenbereich straff, die für die lauten Atemgeräusche
mitverantwortlich ist. Alter und Übergewicht setzen der Rachenmuskulatur
auch zu. Mit den Jahren "leiert" sie immer mehr aus oder wird
durch Fetteinlagerungen beschwert.Die Folge sind Knatternde Geräusche.
Alkoholkonsum ist ein weiterer Risikofaktor. Ein paar Gläschen
Wein am Abend entspannen die Gaumenmuskulatur und den Zungengrund, so
dass diese weit nach hinten und unten in den Rachenraum zurückfallen.
Auch anatomische Bedingungen können Ursache für das lästige
Rasseln und Rattern sein, z.B. krumme Nasenscheidewände, Polypen,
vergrößerte Mandeln, ein üppiger Weichgaumen oder ein
überdimensionierter Zungengrund. Oft spielen mehrere dieser Faktoren
zusammen und tragen gemeinsam zu einer Verengung der oberern oder hinteren
Luftwege bei.
Wer auf dem Rücken schläft, schnarcht eher als ein Seitenschläfer.
Denn in dieser Liegeposition fällt die Muskulatur im Rachenraum,
den Gesetzen der Schwerkraft folgend, noch stärker nach hinten
in Richtung Luftwege.
Was
können Schnarcher selbst tun:
1.
Seitliche Schlafposition einnehmen
2.
Übergewicht abbauen
3.
Besser durchatmen: Probleme mit der Nasenatmung machen 10 bis 15 Prozent
der Schnarcher zu schaffen. Abhilfe schafft hier ein Nasenspray mit
abschwellenden Sustanzen, welches aber nicht zum Dauergebrauch geeignet
ist.
4.
Aktivtherapie: nicht nur Bauch, Beine und Po bleiben durch Bewegung
straff. Auch der Rachenraum profitiert von speziellem Muskeltraining,
wie es zum Beispiel Stimmtherapeuten anbieten.
Wie
der Arzt helfen kann:
1.
Aufbissschiene: Sie wird nach einem Gebissabdruck angepasst, zieht den
Unterkiefer vor und fixiert ihn dort. Dadurch schafft sie in den hintern
Luftwegen mehr Platz für eine ungehinderte Atmung.
2.
Positive Überdruckbeatmung: Bei dieser Methode wird der Schnarcher
die ganze Nacht hindurch über die Nase dauerdruckbeatmet. Dadurch
bleiben die Luftwege dauerhaft offen, und eine Schlafapnoe wird verhindert.
Leider tragen nur 50 Prozent der Menschen, die sie bräuchten, eine
solche Atemmaske.
3.
Operation an den Mandeln, am Zungengrund, an der Nase, am Weichgaumen
usw.
Jeder chirurgischen Maßnahme im Rachenraum sollte erst ein Beratungsgespräch
vorangehen, das den Patienten über individuelle Erfogschancen und
mögliche Nebenwirkungen ausführlich unterrichtet
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