Dr.Schüßlers Biochemie


Die biochemische Heilmethode beruht auf der Tatsache, dass im lebenden Organismus eine Reihe von Mineralstoffen enthalten sind. Auch im menschlichen Körper befinden sie sich, im Blut ebenso wie in den Zellen sämtlicher Organe. Sie sind zwar unterschiedlich in Menge und Konzentration, doch in harmonischer Ausgewogenheit und für den Körperaufbau ebenso unerlässlich wie für den ordnungsgemäßen Ablauf aller Funktionen.
Dr. Schüßler stellte im Körper 12 besonders wichtige Mineralsalzverbindungen fest.
Jedes einzelne dieser Salze übt einen bestimmten Einfluss auf die Funktionen der Körperorgane aus. Man nennt sie daher biochemische Funktionsmittel. Wir finden sie als anorganische Bestandteile in unserem Organismus, wo sie für sämtliche Körperfunktionen unerlässlich sind.
In den Muskeln finden wir als Hauptbestandteile Kalium, Magnesium und Eisen, im Bindegewebe Schwefel und Silicea, in den Knochen Calcium fluoratum und Calcium phosphoricum. Die Haare enthalten Silicea und Eisen.
Treten nun durch irgendwelche Einflüsse auf den Organismus Störungen im Gleichgewicht
der biochemischen Salze ein, sei es, dass ihre Zufuhr zu gering ist oder die Entfernung der verbrauchten nicht vonstatten geht, so haben wir das vor uns, was wir Krankheit nennen.

Die Bedeutung der 12 biochemischen Funktionsmittel für den Organismus und ihre Wirkungsweise:

Calcium fluoratum (Nr.1)
Calcium ist in den Zellen der Oberhaut vorhanden, im Schmelz der Zähne, in den Knochen und in allen elastischen Fasern. Die Störung des Fluorcalcium-Stoffwechsels zieht nach sich:Erschlaffung der elastischen Gewebe, Risse in der Haut. Es findet Anwendung bei Hornhautbildungen, bei Einrissen am After, bei Zahnerkrankungen, Gewebserschlaffung, Organsenkung, Krampfadern, Hämorrhoiden und Adernverkalkung.Calciumfluorid härtet den Knochen.

Calcium phosphoricum (Nr.2)
Calcium phosphoricum ist in allen Körperzellen enthalten, vor allem in den Knochenzellen. Es spielt die Hauptrolle bei allen Vorgängen der Neubildung im Körper. Sein Fehlen führt daher zu Störungen in den Erneuerungs-und Aufbauvorgängen. Sein Anwendungsgebiet ist:Störungen der Zahn-und Knochenbildung, schlecht heilende Knochenbrüche. In Verbindung mit Natrium chloratum ist es außerdem das Mittel für die Rekonvaleszenz (Genesungsphase nach überstandenen Krankheiten).

Ferrum phosphoricum (Nr.3)
Eisen befindet sich im Blut, in den Muskelzellen, in den Darmzotten und in der Darmwandung.Das in den roten Blutkörperchen enthaltene Eisen nimmt bei der Einatmung den Sauerstoff aus der Luft auf, um ihn allen Geweben des Körpers zuzuführen. Fehlt das Eisen, so tritt eine Erschlaffung der Muskeln ein. Ferrum phosphoricum ist das Hauptmittel im ersten Stadium aller Entzündungen und bei frischen Wunden, Verstauchungen, Blutungen und Quetschungen.


Kalium chloratum (Nr.4)
Kaliumchlorid ist in fast allen Körperzellen vorhanden und steht in Beziehung mit dem Bindegewebe.Es ist das Hauptmittel bei Entzündungen im zweiten Stadium. Es findet Anwendung bei weißgrauem Belag der Zunge, bei Entzündung der Mandeln, bei Lungen-und Rippenfellentzündung, Masern, Scharlach, Ziegenpeter, Heiserkeit, Keuchhusten, Stockschnupfen, Mittelohrkatarrh, Bindehautentzündung, Schwellung der Gelenke und Sehnenscheidenentzüdung.

Kalium phosphoricum (Nr.5)
Kalium phosphoricum befindet sich in den Zellen des Gehirns, der Nerven, in den Muskelzellen, in den Blutkörperchen und in der Blut- und Gewebsflüssigkeit. Mangel an diesem Mittel mindert körperliche, geistige und seelische Fähigkeiten. Es ist also ein Nährsalz bei Neurasthenie, Schlaflosigkeit, Erschöpfungszuständen des Körpers und Geistes, Gedächtnisschwäche, Herzschwäche, Muskelschwäche und Lähmungsgefühl


Kalium sulfuricum (Nr.6)
Kalium sulfuricum befindet sich in den Oberhautzellen und Muskeln meist zusammen mit Eisen. Bei seinem Fehlen entstehen Abstoßungen der Zellen und Haut. Es ist das Heilmittel im dritten Stadium der Entzündung, Katarrhen mit gelblich-schleimiger Absonderung, z.B. Schnupfen, Ohrenfluss, es fördert die Abschuppung nach Masern, Scharlach und Röteln.

Magnesium phosphoricum (Nr.7)
Magnesium phosphoricum befindet sich in den Muskeln, Blutkörperchen und Nerven, Gehirn und Rückenmark, in Knochen und Zähnen. Sein Fehlen hat Krämpfe aller Art zur Folge, wie Herzkrampf, Magenkrampf, Blasenkrampf, Wadenkrampf usw. Und zieht blitzartig schießende, wechselnde und wandernde Schmerzen nach sich. Es findet außerdem Anwendung bei Magen-, Darm-, Gallen- und Nierenkolik.

Natrium chloratum (Nr.8)
Natrium chloratum kommt in allen Körperflüssigkeiten und Geweben vor. Es reguliert die Wasseraufnahme und Wasserabgabe der Zellen. Störungen des Wasserhaushaltes zeigen sich durch Kältegefühl längs des Rückgrates, an Händen und Füßen, durch wässriges und gedunsenes Gesicht an. Es ist angezeigt bei Blutarmut, Tränen- und Speichelfluss, bei wässrigem Nasenkatarrh und Bläschenausschlag.

Natrium phosporicum (Nr.9)
Natrium phosporicum ist ein Bestandteil der Blutkörperchen, der Muskeln, der Nerven-und Gehirnzellen sowie der Gewebsflüssigkeit. Dr Schüßler legt diesem Salz große Bedeutung bei: bei dem Kohlensäureaustausch des Blutes in den Lungen, bei der Lösung der Harnsäure im Blut, bei der Verseifung der Fettsäuren nach Fettgenuss und bei übermäßiger Milchsäurebildung. Es ist außerdem angezeigt bei Rheuma, Ischias, Nierenentzündung und nach zu fettreicher Nahrung.

Natrium sulfuricum (Nr.10)
Natrium sulfuricum hat die Eigenschaft, das überschüssige mit Stoffwechselschlacken angereicherte Gewebswasser schnell aus dem Körper zu schaffen, Dieses Nährsalz erhöht die Nieren-und Blasentätigkeit, beeinflusst die Tätigkeit des Darmes, besonders des Dickdarmes, der Leber und Bauchspeicheldrüse. Es findet Verwendung bei Schnupfen, Grippe, Gallenstauung, Leberbeschwerden, Verstopfung, Durchfall, Rheuma, Unterschenkelgeschwüren, Nierengrieß und Ernährungsfehlern.

Silicea (Nr.11)
Silicea ist ein Bestandteil des Bindegewebes, der Oberhaut, der Schleimhaut, der Haare, der Nägel, der Knochen und Nerven. Silicea gibt den Geweben Halt, Festigkeit und Widerstandsfähigkeit. Sein Mangel bewirkt eine Verschlechterung der Körperverfassung, Erschöpfung, Unterernährung und frühzeitiges Altern. Es findet Anwendung bei Furunkeln, Fisteln, Drüsenvereiterungen, Arterienverkalkung, Zahngeschwüren, Gerstenkorn, Überbein, Hautjucken, Haarausfall

Calcium sulfuricum (Nr.12)
Calcium sulfuricum kommt in der Galle und in der Leber vor. Man wendet es an bei Eiterungen und Abszessen, Rachitis, Blasen- und Nierenentzündungen. Dr. Schüßler selbst hat in den letzten Jahren seines Lebens die Nr. 12 aus theoretischen Überlegung heraus nicht mehr verwendet.

Die Anwendung von biochemischen Funktionsmitteln:

Mit Ausnahme von Nr.1 Calcium fluoratum, Nr.3 Ferrum phosphoricum und Nr.11 Silicea, die in D12 gebräuchlich sind, werden alle Mittel in D6 gegeben.

Chronische Krankheiten verlangen 3-6 Tabletten am Tag, akute Zustände bis zu alle 5 Min. 1 Tablette.
Die Mittel können zu jeder Tages- und Nachtzeit gegeben werden.
Man lässt sie langsam im Mund zergehen.


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